Anpassung an den Klimawandel 2018-03-23T13:35:16+00:00

Hintergrundinformationen zur Klimaanpassung

Klimaanpassung umfasst alle Maßnahmen, die zur Vorbereitung auf die regionalen Folgen des Klimawandels dienen oder auf diese reagieren.

Das Klima ändert sich und das mit spürbaren Folgen für Mensch und Umwelt! Selbst im Fall einer drastischen Senkung der Treibhausgasemissionen wird der Klimawandel zunächst weiter fortschreiten und einige Auswirkungen sind dabei nicht mehr vermeidbar. Bereits heute zeigen sich die Folgen des Klimawandels, beispielsweise in Form von Extremwetterereignissen und schmelzenden Gletschern. Um den entstehenden Schäden dieser Auswirkungen vorzubeugen, müssen frühzeitig Anpassungsmaßnahmen getroffen werden. Dies ist die zentrale Aufgabe der Klimaanpassung. Da die Folgen je nach Region variieren, findet die Anpassung auf regionaler Ebene statt. Dabei gilt es, Städte und Gemeinden auf die Veränderungen vorzubereiten und so anzupassen, dass die negativen Folgen des Klimawandels möglichst gering gehalten werden.

Was unterscheidet Klimaanpassung von Klimaschutz?

Klimaschutz

Dies umfasst Maßnahmen, welche die globale Erwärmung abschwächen bzw. aufhalten und so dem Klimawandel entgegenwirken sollen. Konkret bedeutet dies beispielsweise die Nutzung erneuerbarer Energien oder die Reduktion von CO2-Emissionen und anderen Treibhausgasen.

Klimaanpassung

Hier geht es darum, mögliche Risiken des bereits eingetretenen Klimawandels frühzeitig zu erkennen und den Schäden entgegenzuwirken. Die Maßnahmen umfassen u.a. das Anlegen von Deichen, die Begrünung von Städten oder das Erstellen von Hitzeaktionsplänen.

Der Klimawandel und seine Folgen

Der Klimawandel gilt als eine der größten Herausforderungen, der sich die Menschheit derzeit stellen muss. In den vergangenen hundert Jahren konnte ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 0,8°C festgestellt werden und der Trend ist weiter steigend. Als eine der Hauptursachen für diese Erwärmung gilt die steigende Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre, durch anthropogen erzeugte Emissionen und der, sich dadurch verstärkende Treibhauseffekt. Die sich daraus ergebenden Folgen haben großen Einfluss auf die Umwelt und stellen Wirtschaft und Gesellschaft vor große Herausforderungen. Während die meisten Klimafolgen eine Bedrohung darstellen, gibt es auch einige wenige, die für einige Menschen kurzfristig Chancen ermöglichen.

Was sind negative Klimafolgen?

Gibt es auch positive Folgen?

Während sich das Klima global ändert, sind die Folgen und Auswirkungen je nach Region unterschiedlich stark ausgeprägt. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass Extremwetterereignisse häufiger auftreten und Städte und Kommunen durch massive Zerstörung zunehmend vor Probleme stellen werden. So wird die steigende Zahl der heißen Tage und Nächte bei vielen Menschen zu gesundheitlichen Schäden führen. Vor allem bei älteren Menschen ist die Gefahr den Kreislauf durch Hitzestress zu überlasten besonders hoch. Weiterhin begünstigen die steigenden Temperaturen die Verbreitung tropischer Krankheiten, wie Malaria oder Dengue-Fieber. Außerdem werden längere und intensivere Dürreperioden direkten Einfluss auf die Nahrungsmittelproduktion und das Trinkwasservorkommen nehmen. Durch das Abschmelzen des arktischen Meereises und den dadurch fortlaufenden Meeresspiegelanstieg, könnten zudem flach liegende Küstenstädte schon bald unter Wasser stehen.

Beispiele für negative Folgen:

  • Anstieg des Meeresspiegels

  • Schifffahrtswege gehen durch Trockenheit verloren

  • Mehr Hitzetote
  • Abschmelzen von Polareis und Gletschern

In einigen wenigen Fällen kann die Klimaveränderung auch Chancen ermöglichen. So können längere Sommer und mildere Winter einen sinkenden Energiebedarf zum Heizen bewirken und in der Landwirtschaft Anbaumöglichkeiten für wärmeliebende Pflanzen eröffnen. Obwohl sich auch in anderen Bereichen noch Chancen ergeben können, überwiegen insgesamt jedoch die vielen negativen Folgen. Zudem steht den wenigen Menschen, die kurzzeitig von den Chancen profitieren, eine unverhältnismäßig große Zahl an Menschen gegenüber, welche unter den Folgen des Klimawandels leiden.

Beispiele für positive Folgen:

  • Geringerer Energieverbrauch zum Heizen
  • Längere Vegetationsperioden

  • Längere Sommertourismussaison

  • Entstehung neuer Tourismus-/ Wirtschaftszweige

Klimaanpassung

Klimaanpassung kann sehr unterschiedlich aussehen und reicht von technischen Maßnahmen, über wirtschaftliche und politische Maßnahmen bis hin zu Anpassung im Verhalten einzelner Personen. In Deutschland bildet die, von der Bundesregierung beschlossene, Deutsche Anpassungsstrategie (DAS) den politischen Rahmen zur Klimaanpassung. In dieser werden mögliche Klimafolgen für Deutschland aufgezeigt und 15 Handlungsfelder für die Anpassung identifiziert (siehe unten). Für die Umsetzung der Maßnahmen sind in erster Linie die Kommunen zuständig. Dazu wird ein Klimaanpassungskonzept als kommunale Gesamtstrategie erarbeitet, welche als Leitfaden für den Anpassungsprozess dient.

In der Regel ist ein solches Konzept wie folgt aufgebaut: Nach einer kurzen geographischen Einordnung, werden zunächst die regionalen klimatischen Verhältnisse beschrieben und Klimaveränderungen analysiert. Da die Folgen des Klimawandels regional unterschiedlich stark ausgeprägt sind, wird infolgedessen eine Risikoanalyse durchgeführt, welche die Problemfelder der betroffenen Region identifiziert. Darauf aufbauend wird dann überprüft, für welche Handlungsfelder Handlungsbedarf besteht und mögliche Anpassungsmaßnahmen werden herausgearbeitet.

Beispiele für Anpassungsmaßnahmen

Fassadenbegrünung

Die Begrünung von Fassaden kann sowohl im Sommer gegen Hitze als auch im Winter gegen Kälte dämmend wirken. Zudem tragen die Pflanzen durch Photosynthese zur Luftreinhaltung bei und können bei dichtem Bewuchs die Fenster beschatten. Neben der Fassadenbegrünung hat sich auch die Begrünung von Dächern als wirksam erwiesen, welche zusätzlich bei Starkniederschlägen Wasser speichert und so zur Entlastung der Kanalisation beiträgt.

Trinkwasserspender

Langanhaltende Hitzeperioden belasten alte und chronisch kranke Menschen aber auch Kinder im besonderen Maße, können jedoch bei allen Menschen zu gesundheitlichen Schäden führen. Städte sind dabei noch stärker von Überhitzung betroffen als rurale Gebiete, sodass eine entsprechende Versorgung durch ambulante Netzwerke wichtig werden kann. Durch das Installieren von Trinkwasserspendern an öffentlichen Plätzen kann gesundheitlichen Folgen wie z.B. Dehydrierung entgegengewirkt werden.

Hochwasserschutz

Durch die Zunahme von Extremwetterereignissen, wie etwa Starkregen und Sturmfluten, kommt den Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser immer mehr Bedeutung zu. Neben dem Anlegen von Deichen sind Hochwasserrückhaltebecken eine bewährte Maßnahme. Diese werden entlang von Flussgebieten angelegt und können bei Hochwasser große Mengen an Wasser zwischenspeichern und so die Abflussmenge regulieren.

Die 15 Handlungsfelder der Deutschen Anpassungsstrategie

  • Bauwesen

  • Biologische Vielfalt

  • Boden

  • Energiewirtschaft

  • Wasser, Hochwasser-/ Küstenschutz

  • Finanz-/ Versicherungswirtschaft

  • Fischerei

  • Forstwirtschaft

  • Industrie/ Gewerbe

  • Raum-, Regional-, Bauleitplanung

  • Landwirtschaft

  • Menschliche Gesundheit

  • Tourismus

  • Verkehr/ Verkehrsinfrastruktur

  • Bevölkerung-/ Katastrophenschutz

Zum Abschluss: Klimaanpassung einfach erklärt

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen